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Wirtschaft

Business 4 school

Wirtschaftliche Impulse für Jugendliche

Von Jens Richwien

WelfenAkademie Geschäftsführer Dr. Jens Bölscher und der Vorstandsvorsitzende Joachim Roth (Fotografie: WelfenAkademie Business4school Unsplash / Didier Weemaels)

Duales Studium und sich zusätzlich noch sozial engagieren? Stadtglanz hat den diesjährigen Preisträger des BraWo-Gemeinwohl-Preises Maximilian Gerdesmann getroffen und ihn zu seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten befragt.

Maximilian Gerdesmann ist dualer Student im dritten Semester an der WelfenAkademie und seinem Kooperationsunternehmen, der Appelhagen Rechtsanwälte Steuer­berater PartGmbB. Neben seiner Tätigkeit in der Steuerberatung und dem Studium, engagiert sich der 20-jährige Braunschweiger ehren­amtlich unter anderem als Mess­dienergruppenleiter und bei dem Projekt business4school.

Maximilian, du bist dualer Student und engagierst dich gleichzeitig noch für andere. Kann man das zeitlich überhaupt miteinander vereinbaren?

Diese Frage bekomme ich tatsächlich oft gestellt. Aber auch mein Tag hat nur 24 Stunden und deshalb muss ich mir meine Zeit einfach gut einteilen. Natürlich ist die Belastung bei einem dualen Studium allein durch den permanenten Wechsel von Theorie- und Praxissemestern sehr hoch, aber gerade durch meine Projekte bekomme ich einen guten Ausgleich zu Job und Studium.

Wie hat das mit deinem Engagement angefangen und was für Projekte betreust du?

Bereits zu meiner Schulzeit am Martino-­Katharineum habe ich mich als Mess­dienergruppenleiter engagiert. Nach einiger Zeit kamen noch weitere Hobbys, wie Hockeyschiedsrichter oder Ferien­betreuer dazu. Zu Beginn meiner Oberstufenzeit startete dann die Vortragsreihe business4school in den Räumen der WelfenAkademie. Dort war ich zunächst Teilnehmer und habe insgesamt vier Semester absolviert. Nach meiner Schulzeit erhielt ich dann die Anfrage, ob ich Lust hätte, mich bei business4school als Tutor zu engagieren.

Worum geht es genau bei business4school?

Kurz gesagt: business4school hat das Ziel, wirtschaftliche Zusammenhängefür Jugendliche verständlicher zu machen. Ein Beispiel: im Schulfach Politik-Wirtschaft fehlt die Zeit, um überhaupt ein grobes Abbild der Wirtschaft zu skizzieren. Solches Wissen ist meiner Meinung nach aber für das spätere Leben unbedingt notwendig. Beispielsweise kann kaum ein Abiturient mehr als zwei Sätze zum Thema Steuern oder Versicherungen sagen, obwohl dieser gleich nach der Schulzeit mit solchen Themen zu tun hat. Diesem Trend versucht business4school entgegen­zuwirken. Innerhalb von etwa fünf Veranstaltungen pro Semester gibt das Projekt den Jugendlichen einige wirtschaftliche Impulse. Diese Impulse versuchen wir mit Hochschuldozenten sowie Wirtschaftsexperten in Vorträgen zu verschiedenen Themengebieten der Wirtschaft darzustellen.

Wie sehen deine Tätigkeiten bei diesem Projekt aus?

Zu Beginn war ich hauptsächlich für den Social Media Auftritt des Projekts verantwortlich und habe die einzelnen Veranstaltungen vor Ort betreut, mittlerweile bin ich Teil des Planungsteams, also auch für die Planung der einzelnen Abende und für Planspiele zuständig.

Wie kommt dieses Konzept bei den Schülern an?

Allein die Anzahl der Anmeldungen zu den Veranstaltungen und Anfragen nach Expansion in weitere Städte sprechen für sich. Das Konzept kommt gut an, denn wir schaffen es Theorievorträge mit Einblicken in die Praxis gut zu verbinden. Natürlich ist es nicht unser Ziel, dass alle Teilnehmer nach den Vorträgen ein duales Studium an der WelfenAkademie machen möchten oder Manager als Berufswunsch haben.

Allein wenn wir ein kleines Stück zur wirtschaftlichen Bildung beitragen können, haben wir schon viel erreicht.

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der Stadtglanz Print-Ausgabe 14 / Dezember 2019.