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Lifestyle

17. März 2021

Der neue Trend?

Vegetarische und vegane Ernährung wird salonfähig

Von Katharina Rosch

(Fotografie: Adobe Stock: Miguel Garcia Saaved, kovaleva_ka)

Wer kennt keinen Menschen in seiner Umgebung, der sich vegetarisch oder vegan ernährt?

Am Ende bleibt, jeder wie er mag, doch hoffentlich gilt: kein Fleisch aus der Massenindustrie . Ob Supermärkte oder Discounter, ob FastFood-Restaurants oder Sterneküche: wer kein vegetarisches Essen im Programm hat, verzichtet auf Kunden und Gäste. Rund 8 Mio. Menschen in Deutschland zählen sich zu den Vegetariern, ein bis zwei Prozent derer verzichten sogar auf jedweden Tierbestandteil im Essen (Quelle: Verein ProVeg).Hinzu kommt die gewaltige Menge an Menschen, die sich zeitweise ohne Fleisch oder komplett tierleidfrei ernähren: die Flexitarier (Quelle: Ernährungsreport des Bundes).

Die fleisch- und tierleidfreie Ernährung ist gerade so richtig im Trend. Das zeigen auch die gut gefüllten Regale in den Supermärkten. Und erstmals hat der Wursthersteller Rügenwalder Mühle im Jahr 2019 mehr Umsatz mit Fleischersatzprodukten als mit der traditionellen Fleischverarbeitung und deren Produkten gemacht (Quelle: Statista).

Sogar in unserer Region gibt es immer mehr Unternehmen, die Teil dieser Bewegung sind oder sie zumindest mit ihrem Angebot unterstützen. Mittlerweile haben sich unzählige Restaurants auf vegetarische und vegane Gäste eingestellt. Ob es vegane Burger oder Hotdogs sind oder das vegane Gänge-Menü beim Sternekoch in Wolfsburg: Wer sich vegan ernähren will, kann dies in unserer Region ohne Wenn und Aber – auch gesund und hochwertig.

War es vor 20 Jahren noch eine Mangelernährung, so weiß der gebildete Veganer längst, dass er das lebenswichtige Vitamin B12 supplementiert. Ob durch Milchersatzprodukte mit Zusatz, Tropfen oder Tabletten. Vegetarier und Veganer beschäftigen sich mit ihrer Ernährung und sie wissen, wie sie sich ausgewogen und gesund ernähren können.

Welche Motive haben Menschen, die Ernährung umzustellen?

Vor allem junge Menschen stellen häufig das Tierwohl voran. Sie wollen nicht, dass für sie ein Tier getötet wird oder leidet. „Ich habe mich mit 21 Jahren dazu entschieden, vegetarisch zu leben.“, erzählt die heute 43-jährige Micha Katz. Sie hatte einen Bericht über Tiertransporte gesehen, bei der eine lebendige Kuh am Bein hängend verladen wurde. „Und diese Kuh hatte Tränen in den Augen.“ Nun lebt die jung-gebliebene Frau seit einigen Jahren vegan. Bereits vor 24 Jahren ist die ganze Familie der 62-jährigen Waltraud Lenk vegan geworden. Anlass war der damals 8-jährige Sohn, der den leckeren Schweinebraten nicht essen wollte und damals beschloss: „Ich esse keine Leichenteile mehr“. Bettina Petras erzählt: „Dass auf tierische Ernährung zu verzichten neben der ethischen Komponente auch eine ökologische, politische und letztlich auch gesundheitliche Komponente hat, wurde mir erst nach und nach bewusst. Vegan wurde ich aus ethischen und nun bin ich es aus vielerlei Gründen.“

Neuerdings springt sogar die Europäische Union mit ihrem „Green Deal“ auf den Zug auf. Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, will im Rahmen des EU-Programms „Horizon 2020“ 10 Milliarden Euro bereitstellen, um Fleischalternativen zu untersuchen und deren Produktion zu fördern.

Es bleibt also spannend in Sachen fleischfreier Ernährung. Was noch vor wenigen Jahren als Hype begann, erhält nach und nach immer breitere Zustimmung bei den Verbrauchern – insbesondere dann, wenn es weitere Skandale in der fleisch-verarbeitenden Industrie geben sollte und gleichzeitig die Ersatzprodukte qualitativ und geschmacklich immer besser werden.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Stadtglanz Print-Ausgabe 16 / Oktober 2020.

Katharina Rosch

Katharina Rosch, geboren 31.03.1963, hat mehr als 14 Jahre für die Braunschweiger Zeitung und andere Verlage als freie Journalistin gearbeitet. Ihre Schwerpunkte wechselten, waren unter anderem Volkswagen, Kunst und Kultur, Gerichtsberichterstattung, Politik aber auch Geschichte. Neben dem Thema vegetarische/vegane Ernährung interessiert Sie sich sehr für Kunst und hat immer wieder auch einen direkten Kontakt zu Künstlern (Malern, Bildhauern, Musikern, Fotografen).