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Kultur

19. Mai 2021

Glück in Braunschweig, Glück aus Braunschweig

Glücksministerium, Weltglückstag und Glücksforschung

Von Frank de Blijen

(Fotografie: Cartoon: Frank de Blijen)

Beim Stichwort „Glück“ fällt den meisten als erstes der Lottogewinn ein, das schnelle Geld am Spieltisch, der Volltreffer auf dem Wettschein. Und was für ein Glück für Braunschweig: Für's gediegene Glücksspiel muss (bald) nicht mehr bis nach Bad Harzburg gefahren werden, denn das Casino kommt zu uns: Roulette mit Croupiers und der Möglichkeit, aus 1.000 Euro in 10 Sekunden 2.000 Euro oder sogar aus 100 Euro 3.600 Euro werden zu lassen (oder Null) – dieser Nervenkitzel ist dann im Gebäude angesiedelt, wo einstmals Reinicke und Richau beheimatet war. Mitten in der Stadt! Na, das nenn ich Glück!

Doch je länger die Gedanken dem Glück nachhängen, desto deutlicher entfernen sie sich vom Geld. Glück(lich) meint vielmehr das subjektive Wohlbefinden einer Einzelperson. Das ist dem Königreich Bhutan, ein kleines Land zwischen China und Indien mit rund 800.000 Einwohnern, besonders viel wert: Ein „Glücksministerium“ sorgt sich dort darum, zum Beispiel die Natur zu schützen, das „Bruttonationalglück“ ist als wichtige Säule neben dem Bruttosozialprodukt etabliert. Dies war auch der Auslöser für den Weltglückstag, den die Vereinten Nationen seit 2013 feiern.

Und zum Glück gibt es in Braunschweig die TU. Die forscht sogar über das Glück, am Institut für Pädagogische Psychologie (IPP). Eine These: Glücklich sein – kann man lernen, mit Glückstraining. Ein Beispiel heißt „Drei Gute Dinge“ Das geht so: (Mindestens) eine Woche lang an jedem Abend etwa fünf Minuten investieren. Ideal ist eine feste Zeit (vor dem Schlafengehen oder für Old-School-Menschen: nach den Tagesthemen): Notiere drei Dinge, die heute schön waren. Das muss nicht der Lottogewinn sein – sondern etwas wie „ein Kompliment bekommen“, „endlich den Küchenschrank ausgeräumt“ oder „Oma angerufen“. Das trainiert, die eigene Wahrnehmung stärker auf das Positive zu lenken und so mehr gute Gefühle zu empfinden. Zweiter Schritt: Aufschreiben, was man selbst zu diesen schönen Dingen beigetragen hat. Das zeigt dann, das es jeder Mensch (oft) selbst in der Hand hat, sein Glück zu schmieden.

Übrigens: Der Weltglückstag ist immer am 20. März. Aber Ihr wisst jetzt ja, wie jeder Tag Euer persönlicher Glückstag wird – bleibt glücklich!

Mehr über die Glücksforschung am IPP: tu-braunschweig.de/gluecksforschung

Dieser Artikel erschien zuerst in der Stadtglanz Print-Ausgabe 17 / Dezember 2020.

Frank De Blijen

Jahrgang 1967, Journalist & Kommunikationsberater, lebt in der Region Braunschweig, Kontakt: [email protected]

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