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Kultur

18. November 2021

MPK, mehr als eine iD

Michael Patrick Kelly im Gespräch

Von Jens Richwien

(Fotografie: Andreas H. Bitesnich Andreas Nowak fotolia/Andrey Kuzmin)

Michael Patrick Kelly reiste seit frühester Kindheit mit seiner Familie um die Welt. Er komponierte mit 15 schon den Hit „An Angel“ für die Kelly Family und war der Ansager der Familie bei Veranstaltungen. 2004 zog er sich dann für lange Zeit in ein Kloster zurück und nahm im Jahr 2011 seine Tätigkeit im Musikgeschäft wieder auf. STADTGLANZ-Chefredakteur Jens Richwien traf den sympathischen Star und sprach mit ihm über seine außergewöhnliche Karriere.

In deinem Lied iD beschreibst du die Einzigartigkeit eines Menschen. Siehst du in jedem Menschen das Besondere und ist das für dich auch ein Ausdruck deiner christlichen Toleranz?

MPK:   Alleine durch den Fingerabdruck ist jede Person bereits einzigartig. Ich versuche tatsächlich in jedem Menschen das Gute zu suchen. Ich suche das Gute und Schöne und Wahre in den Menschen, weil es das ist, was mich am meisten interessiert.

Wir haben gerade wieder erleben müssen wie schnell ein junger Mensch in der Musikbranche verbrennt. Du hast dich damals davor geschützt in dem du ins Kloster gegangen bist. Achten die Manager dieser Künstler nicht auf die Gefahren vor dem Kollaps?

MPK:   Wenn etwas Schlimmes passiert, haben wir Menschen die Tendenz, einen Schuldigen zu suchen. Ich wäre vorsichtig, zu sagen, dass das alles die Schuld der Musikindustrie ist. Aber sicher gibt es auch Personen in der Branche, die nicht auf die Bedürfnisse des Menschen achten und diese sogar mit Drogen und sonstigen Substanzen versorgen, um ihre Wünsche und Ziele zu erreichen. Allerdings gibt es das auch in anderen Bereichen.

Spätestens seit „Sing meinen Song“ bist du wieder in aller Munde. Wie schützt du dich heute vor dem ganzen Rummel um deine Person?

MPK:   Einerseits habe ich privat durch meinen Glauben und meine glückliche Ehe eine Stabilität, die ich früher nicht hatte. Und andererseits sage ich nur jene Projekte zu, die ich auch machen möchte und nehme mir öfters Auszeiten. Ich mache zum Beispiel einmal die Woche einen Offline-Day. Dann schalte ich mein Handy einfach aus.

Neben der musikalischen Arbeit malst du ja auch ganz gerne. Kommst du zurzeit dazu?

MPK:   In letzter Zeit habe ich nicht sehr viel malen können, weil im Moment die Kreativität in Sachen Musik sprudelt. Aber es gibt Phasen, wo ich zum Pinsel greife und mich in mein Atelier einschließe.

Nun bist du wieder auf Tournee, kommst im Juli auch nach Braunschweig auf die BraWo Bühne. Wie bekommt dir das Tourleben?

MPK:   Ich liebe es, live zu spielen. Die Bühne ist mein Element – da bin ich wie ein Fisch im Wasser. Ich freu mich nach sehr vielen Jahren auch wieder in Braunschweig zu singen!

Ich suche das Gute und Schöne und Wahre in den Menschen, weil es das ist, was mich am meisten interessiert.

Mit welchem Satz kannst du das Braunschweiger Publikum so richtig Appetit auf dein Konzert machen?

MPK:   Bei dem Konzert in Braunschweig werden wir einiges erleben: von Hard-rocknummern bis hin zu einem besonderen Moment der kompletten Stille und alles dazwischen. Für mich ist ein Konzert mehr als nur Unterhaltung. Es ist eine Feier, man feiert das Leben mit allem, was dazugehört: die schönen Momente und die traurigen Momente. Es ist eine Achterbahn der Gefühle, könnte man sagen. Ich versuche, Menschen mit meinen Konzerten Mut und Hoffnung zu machen und auch Themen anzugehen, die auch schwierig sein können. Aber auch einfach mal zwei Stunden seine Probleme vergessen und Spaß haben und das Leben feiern! Ich bin gespannt auf die iD der Braunschweiger!

Wenn man bedenkt, dass du mit deiner Familie als Straßen-Musiker, aber auch später, einen eher alternativen Lebensstil gewohnt warst und jetzt, auch medial, gar nicht mehr um den ganzen „digital way of life“ drumherum kommst, ist das für dich ok? Wie gehst du mit diesen Medien um?

MPK:   Für mich als Künstler sind die sozialen Netzwerke ein super Mittel, weil man dadurch den direkten Kontakt zu seinem Publikum hat. Früher durch – zum Beispiel – den „Bravo-„oder „Viva-Filter“ kam nicht immer das rüber, was man sagen wollte. Heute kann man ungefiltert mit seinem Publikum sprechen.

Wie sieht deine Planung nach der Tour aus?

MPK:   Ich werde nach der Tour wieder anfangen, Songs zu schreiben und sicher auch noch ab und an live zu sehen sein, bevor das nächste Album veröffentlich wird.

Für mich ist ein Konzert mehr als nur Unterhaltung. Es ist eine Feier, man feiert das Leben mit allem, was dazu gehört: die schönen Momente und die traurigen Momente.

Michael, vielen Dank für das Gespräch!

Jens Richwien

Ehemaliger Fußball-Profi und Freizeit-DJ (Richy Vienna), war über 20 Jahre für die neue Braunschweiger tätig. Die letzten drei Jahre begleitete er STADTGLANZ als Objektleiter und Chefredakteur. Er ist seit Oktober bei der Hygia Gruppe beschäftigt, betreut dort das B2B-Business und arbeitet weiterhin als freier Redakteur.

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