Skip to main content

Kultur

Shark aber herzlich.

Sky Sharks: Hollywood made in Braunschweig.

(Fotografie: Marctropolis Filmstudio)

Internationale und nationale Stars. Nazis und Zombies beziehungsweise Nazi-Zombies die auf fliegenden Haien reiten. Echt jetzt? Ganz recht. Wo andere vielleicht unbeeindruckt mit den Schulterpolstern zucken, sagen wir ganz klar: So einfach kann man diesen Film nicht wegwischen und darüber müssen wir berichten. Ober-Zombine ist Schauspielerin Michaela Schaffrath, die regelmäßig in der Komödie am Altstadtmarkt zu sehen ist und uns im Film im Halsumdrehen zeigt, wie wild und vielseitig sie sein kann.

Untot, ungeschminkt, unangemessen.

Aber eins nach dem Anderen. Sky Sharks trumpft mit bekannten Schauspielern wie Tony Todd, Cary-Hiroyuki Tagawa, Thomas Morris, Ralf Richter, Detlef Bothe, Oliver Kalkofe, Tobias Schenk oder Eva Habermann auf – allerdings wurde mit DJ und Model Micaela Schäfer, GNTM- und Dschungel-Kandidatin Gisele Oppermann oder Porno-Darstellerin Lucy Cat auch ordentlich in die Klickkiste gegriffen. Der Film wurde zum überwiegenden Teil in Braunschweig gedreht und wird von Regisseur Marc Fehse sowie seinem Bruder Carsten produziert. Zum Plot: Ein Geologen-Team entdeckt in der Arktis das verschollene Kriegsschiff der Nazis, die Himmelsfaust. Auf dem Schiff forschten Wissenschaftler an streng geheimen Kampfmitteln und an Reichsflughaien. Raketenbetriebene Haie, deren Piloten genetisch mutierte Nazi-Zombies sind und nun, vom Eis befreit, den eigentlichen Plan die Weltherrschaft an sich zu reißen, weiter verfolgen und zum Angriff übergehen.

Natürlich ist Sky Sharks absolut trashig, natürlich ist Sky Sharks ein Jambre-Film für Zombie-Fans, dennoch ist er bereits in über 50 Länder verkauft und Marc Fehse kommt  somit eine absolute Vorwriter-Rolle zu, denn: Sky Sharks zeigt, dass auch Produktionen fürs internationale Parkett in denen es nicht um Weltkriegs-Aufarbeitung, Ost-West-Dramen oder Rosamunde Pichler geht, aus Deutschland stammen können.

Girls just wanna have gun.

Als Michaela Schaffrath das letzte Mal in Braunschweig war, traf sie sich mit den Fehse-Brüdern, die ihr großes zu verkünden hatten: „Wir wollen einen Film mit fliegenden Haien und Zombies drehen und du bist die Anführerin“. „Mit Horror-Filmen hab ich sonst so gar nichts am Hut und kann danach immer gar nicht schlafen. Die ganze Idee fand ich so absurd, dass es wieder genial ist. Da hab ich sofort zugesagt.“ erzählt uns Michaela Schaffrath, die ab Anfang September mit „Der Geisterleuchttum“ wieder in Braunschweig auf der Bühne in der Komödie am Altstadtmarkt zu sehen wird. Überhaupt ist die Komödie einer der wichtigsten Verknüpfungspunkte für Michaela Schaffrath zu Braunschweig – nicht nur, weil sie dort häufig spielt, sondern auch, weil sie dort Leute wie die Fehses kennenlernte um schließlich mit denen Hörspiele aufzunehmen oder Sven Wuttke, um mal eine richtige Welle zu machen. Michaela Schaffrath moderierte nämlich einen Sonntag im Monat die Radio38-Talk-Sendung „Köpfe“, zu der sie Prominente einlud, die gerade in Braunschweig oder  der Region waren.

Zwei Tage Dreh sind wie drei Jahre Ausbildung

„Die ganze Art und Weise der Dreharbeiten kann man sich schon gar nicht vorstellen. Wieviel Kunstblut da am spritzen ist – Eimerweise. Das bedeutet auch, dass man eigentlich nur eine Chance hat eine Szene zu drehen. Es dauert ja ewig alles wieder sauber zu machen. Gerade am Anfang des Films gibt es eine Sequenz in einem Flugzeug, wo ich mehrere Passagiere abmurkse und alles voller Blut ist; die bin ich mit dem Kameramann und der Regie bestimmt 10 mal komplett durchgegangen – außerdem musste ich weiße Kontaktlinsen tragen, damit hatte ich nur 10% Sehkraft.“ lässt Michaela Schaffrath Revue passieren. „Allein schon die  Maske hat ewig gedauert. Für mich ist es gar nicht so einfach mal zwei Stunden die Klappe zu halten und das Zombie-Gesicht anbringen zu lassen.“ Immerhin scheint das Outfit aber ganz okay zu sein, „Für einen Zombie bin ich in dem Film schon ein heißer Feger.“

Mit Dr. Dreh am Set

„Wir hatten da wirklich ein ganz irres Team am Set. Marc ist ja auch einer mit ganz klaren Vorstellungen, mit Visionen, der ganz klare Ansagen machen kann. In der Halle in Braunschweig hab ich auch die meisten Stunt-Szenen selbst gedreht. Wir hatten aber auch einen ganz tollen Stunt-Koordinator, mit dem ich für einen anderen Film als Anführerin einer Motorrad-Gang später auch noch zusammen gearbeitet habe.“ fährt Michaela Schaffrath fort. „Diese ganze Zombie-Fanbase habe ich aber auch unterschätzt. Als wir die ersten Aufnahmen beim ‚House of Horrors’ Filmfest in Oberhausen gedreht haben, war ich total erstaunt wie viele Leute da sind. Wie viele Hollywood-Schauspieler da sind und dass die Fans da in Kostümen mit heraushängenden Augen und so was auftauchen.“ Ein exklusives Screening der ersten Minuten von Sky Sharks gab es im vergangenen Jahr  bei der Horror-Nacht im Wolfsburger Delphin-Palast. „Da hatte ich richtig Gänsehaut. Das wird echt ein toller Film.“ sagt Schaffrath.

The Sky Shark is the limit

Man darf also auf Michaela Schaffrath als Zombie und auf das Endergebnis von Sky Sharks und all die streng verhüteten Geheimnisse dieses Machwerks gespannt sein. Auf jeden Fall ist hier ein Film im Anmarsch für alle, denen die Haie in Sharknado nicht hoch genug geflogen sind oder denen die Nazis auf der Rückseite des Mondes zu realistisch waren.  Ein absolutes Hailight sozusagen.

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der Stadtglanz Print-Ausgabe 11 / März 2019.