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Y-JOBS

Transformation auf der Überholspur

„Das IT-Systemhaus erlebt einen digitalen Wandel“

Von Falk-Martin Drescher

(Fotografie: Marlene Brandt Andreas Rudolph)

Im Beratungsunternehmen und IT-Systemhaus bitformer mit Sitz in Braunschweig arbeiten mehr als 20 Kollegen gemeinschaftlich an neuen Produkten und Services für ihre Kunden – und dabei auch an der Transformation der eigenen Branche.

Albträume eines jeden Unternehmens: Ein System ist ausgefallen, ein Virus hat sich in das eigene Netzwerk eingeschlichen oder auch ganze Datenpakete sind einfach verschwunden. Oft können dann nur noch Spezialisten helfen – Menschen wie Max Giessler, Chris Borgsdorf und ihr Team. Ihr im Mittelweg ansässiges Unternehmen bitformer ist seit 2007 am Markt, berät derzeit mehr als 100 aktive Kunden. Und ein Besuch in den schicken Räumlichkeiten verdeutlicht: Auch die eigene Branche ist im starken Wandel.

„Das IT-Systemhaus erlebt einen digitalen Wandel“, leitet Geschäftsführer Giessler ins Thema ein. „Viele Akteure existieren heute nicht mehr so, wie sie früher noch am Markt agiert haben.“ bitformer selbst hat die Transformation der Branche früh erkannt, sich schnell auf den neuen Markt vorbereitet. „Wir sind stark in den Bereich Managed Services gewechselt. Andere sind gerade dabei, den Wechsel zu einem Beratungsunternehmen durchzumachen – das haben wir bereits hinter uns.“ Ihr zeitgemäßes Portfolio, es wird stark nachgefragt. Borgsdorf: „Wir haben Kunden aus unterschiedlichsten Branchen und in ganz unterschiedlichen Unternehmensgrößen. Da gibt es eher kleinere Steuerkanzleien ohne eigene IT-Abteilung, für die wir als Rundum-Sorglos-Provider tätig sind – oder auch die Großkonzerne, wo vor allem Themen wie Beratung, Hosting, Managed Services und Standortvernetzung eine Rolle spielen.“

„Manch einer ruft erst an, wenn es eigentlich zu spät ist“

Das Team von bitformer agiere sehr infrastrukturlastig. Sei es die Integration von Applikationsdaten oder auch Nutzerdaten, aufgrund von Zukäufen oder Verkäufen von Unternehmen – vor allem im Mittelstand – spiele die Integration von Unternehmensteilen eine große Rolle. Giessler: „Wie migriere ich unterschiedliche SAP-Systeme oder auch Mailserver? Damit beschäftigen wir uns.“ Borgsdorf fügt hinzu: „Aus operativer Sicht ist unsere Arbeit unglaublich vielfältig, wir begegnen ständig neuen Branchen, Themen und Herausforderungen.“

Ein weiteres Thema sei die IT-Sicherheit. „Vor allem die Industrie ist oftmals schlecht auf Cybergefahren vorbereitet. Manch einer ruft dann erst bei einem Notfall an, wenn es eigentlich schon fast zu spät ist.“ Damit der eigene Status quo besser abgeschätzt werden kann und so Handlungsempfehlungen ausgesprochenen werden können, hat bitformer das „Quick Audit“ entwickelt: Gemeint ist eine umfassende Bewertung des Informationssicherheitsniveaus durch die eigenen Cyber-Security-Berater. Es ist die Grundlage für den notwendigen IT-Basisschutz. „Das Thema boomt. Aktuell sind wir in dem Bereich im Grunde ausgebucht“, so Geschäftsführer Borgsdorf. „Wir wollen das weiter vorantreiben und daher auch Personal aufstocken.“

Die richtigen Fragen stellen

Personal ist ein gutes Stichwort. Der Fach- und Führungskräftemangel, er macht freilich nicht vor der IT-Branche halt. „Wenn ich einen Wunsch freihätte, dann würde ich gern eine Maschine zum Klonen für Mitarbeiter erfinden“, lacht Giessler, „achja, und einen Teleporter.“ Tatsächlich ist die Not groß, gutes Personal ist gar nicht einfach zu finden. Deshalb ist bitformer an der Stelle auch ein wenig stolz, denn, so Borgsdorf: „Wir haben bei bitformer eine sehr geringe Fluktuation. Für das Teamgefühl ist das hervorragend – für Kunden auch, denn sie haben feste und dauerhafte Ansprechpartner sowie zuverlässige Vertreterregelungen.“

Trotz allem ist bitformer auf der Suche nach Verstärkung, aktuell unter anderem Netzwerkadministratoren und IT-Security-Berater. Ein Quereinstieg ist dabei bis zu einem gewissen Punkt möglich, „die Grundkenntnisse sollte man allerdings schon mitbringen.“ Giessler ergänzt: „Viel wichtiger ist uns, dass die richtigen Fragen gestellt werden. Und, dass man sich, auf seinen Grundkenntnissen – der Basis – aufbauend, ein eigenes Expertenthema heraussucht und dieses für sich ausbaut.“ Wichtiger als das fachliche Know-how sind dem IT-Unternehmen im Mittelweg dabei Grundwerte: Ehrlichkeit, Vertrauen, Pflichtbewusstsein, Integrität und auch Neugier. „Wir sind ein junges, agiles Team, das gemeinsam an Lösungen arbeitet. Daher brauchen wir Teamplayer“, so Borgsdorf.

Fifa-Turniere in der Mittagspause

Damit sich die Teamplayer wohlfühlen, kümmert sich bitformer um ein angenehmes Umfeld: Freie Getränke, frisches Obst, schicke Räumlichkeiten und auch eine eigene Lounge mit Video­spielen und VR-Brille. „Da wird das ein oder andere Fifa-Turnier ausgetragen“, lacht Borgsdorf. Von der Innenstadt und Autobahn aus ist der Standort gut zu erreichen, Parkplätze sind zahlreich vorhanden. „Finanzielle Benefits und Themen wie Altersvorsorge oder auch flexible Arbeitszeiten sind für uns selbstverständlich.“ Nicht selbstverständlich hingegen ist die Beteiligung am Gewinn des Unternehmens: Ein Teil des jährlichen Gewinns wird an die Mitarbeiter ausgeschüttet. „Uns ist es wichtig, etwas zurückzugeben.“

Wie ein Arbeitsalltag bei bitformer aussieht? Über ein zentrales Ticketsystem sowie Projekt- und Aufgabenübersichten werden Kundenthemen bearbeitet. Giessler erklärt: „Das sind neben geplanten Aufgaben auch Notfälle, an denen wir mit dem Team mitunter bis zu mehreren Tagen arbeiten.“ Apropos, gearbeitet wird derweil freilich nicht „nur“ vom Mittelweg aus, sondern regelmäßig auch beim Kunden selbst. In der Region oder darüber hinaus, „das kann Essen, Dresden, Paris oder auch Shenzhen bedeuten“. Borgsdorf und seine Kollegen genießen es, so viele Kontexte kennenlernen zu können. Bei bitformer geschätzt wird auch die Gestaltungs- und Entfaltungsmöglichkeit. „In der Hinsicht sind wir sogar eher ein Start-up“, schließt Borgsdorf mit einem Lächeln ab.